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Über mich

  Nun ist mein Traum Wirklichkeit.

- Norwegen –

Seit 1.November 2007 wohne ich in Nordnorwegen. 700 km nördlich vom Polarkreis, direkt am Eismeer. Seit 19. November ist die Sonne nicht mehr zu sehen und die Tage werden kürzer und kürzer. Bis am 21.12. nur noch 3 Stunden Dämmerlicht den Tag ausmachen. So Mitte Februar wird dann wohl wieder der erste Sonnenstrahl am Himmel zu sehen sein und das Leben beginnt zu erwachen, mit neuer Kraft und Schönheit. Und die Zeit der Dunkelheit wird vergessen sein.
Ich habe ein Häuschen gemietet mit Blick auf die Hafenbucht und fast den ganzen Ort Mehamn.
- Wunderschön –

Meine Aussicht ist hier zu bewundern www.mehamn.net

Da die WebCam nur zwei, drei Häuser weiter angebracht ist, haben wir fast den gleichen Ausblick. Mir geht es gut.

- kein Stress – keine Hektik -

Selbst auf Arbeit kann ich mir zeitlich und überhaupt alles so einrichten wie ich es gerne will.
    - ich kann kommen wann ich will
    - ich kann gehen wann ich will
    - ich kann Pause machen wann ich will
    - ich kann arbeiten so viel ich will
    - ich kann nicht arbeiten so viel ich will
    - ich kann ganz zu Hause bleiben, wenn ich will
Alles ist meine Entscheidung. - Find ich toll –

Und besonders toll war das in den erstenTagen und Wochen. Da war genug Zeit sich an alles zu gewöhnen und alles zu erledigen, was erledigt werden musste…Ämter ….Bank….Polizei….usw. Ich arbeite bei, oder besser gesagt, für einen Fischer und zwar für einen Leinenfischer.
Das bedeutet dieser Fischer fängt die Fische nicht mit einem Netz sondern mit langen Leinen an denen viele, dh. genauer gesagt 300 bzw. 400 Schnüre mit Haken sind. Und ich arbeite als „lineegner“ …Leinen-fertig-macher… oder so.
Sicher gibt es dafür eine richtige Bezeichnung, diese ist mir als absolute Landratte jedoch nicht bekannt. Und für den Fall, dass Ihr genauso wenig von der Fischerei und dem Meer wisst wie ich kommt hier eine kleine Einführung. Das ist ein eigenes und interessantes Völkchen, diese Fischer, und neugierig und ganz lieb.

Und hier in Mehamn funktioniert das etwa so:
In einem größeren Holzhaus, welches auf im Wasser stehenden Holzpfählen errichtet ist sind 8 Räume, diese heißen buer, Fischerhütten. In je einer „Fischerhütte“ hat ein Fischer seinen….“Arbeitsraum“…die bua. Und in dieser bua werden alle Arbeiten die für das Fischen mit Leinen notwendig sind erledigt. Und dort hat auch der „lineegner“ seinen Arbeitsplatz. Je nachdem ob ein Fischer viele Leinen mit auf See nimmt, umso mehr lineegner werden gebraucht.
Ein Fischer mit einem größerem Boot nimmt auf einer Tour z.B. 40 Leinen mit, wobei ein Fischer mit einem kleineren Boot nur 20 Leinen an Bord hat. Je schneller diese Leinen wieder einsatzfähig sind umso schneller kann der Fischer wieder auf See und Fische fangen.
Die Leinen sind in großen, weißen Bottichen…stamper…früher waren das wohl Holzfässer. Dort liegen sie nicht etwa kreuz und quer, jedenfalls meistens nicht. sondern…ja…im Kreis…wie eine lange, zusammengedrückte Spirale. Und dazwischen sind irgendwo die ca 50 cm langen Schnüre mit den Haken dran. Die Haken sind etwa 8 cm lang und der gebogene Teil hat einen Durchmesser von ca. 3-4 cm…
In solch einem Bottich kommt die Leine in die Fischerhütte, wobei an den Haken zum Teil noch Reste von den Ködern sind, die vorher zum Fischen benutz wurden. Der lineegner muss die Leine entwirren, falls das nötig ist, die Reste entfernen, wenn erforderlich neue Haken oder Schnüre anknoten, neue Köder auf die Haken spießen (oder so) und die Leine wieder im Kreis in einen anderen Bottich legen. Die Köder werden an am Rand des Bottichs immer im Kreis und rechts herum platziert, aber zuvor werden Zeitungspapierstückchen, in der Größe A5 ausgelegt, damit die ganze Sache dann beim Ausbringen ins Meer nicht verfitzt. Die Leinen werden ebenfalls im Kreis und auch rechts herum gelegt, dürfen aber die Köder nicht direkt berühren. Und bei dem ganzen „Einkreisen“ sollte noch darauf geachtet werden, dass die Schnüre nicht kreuz und quer im Bottich rum liegen, sondern vor allem in der Mitte dieser ganzen Angelegenheit ihren Platz finden, sonst kann es wieder Fitz geben……. Nach etwa zwei Stunden kann man mit so einer Arbeit fertig sein, manche schaffen es auch in 1 – 1,5 Stunden…Ich NOCH nicht.

- Ich sollte das alles mal bildlich festhalten….das kann man ja gar nicht erklären. – Wenn genug Bottich fertig sind und das Wetter mitspielt dann macht der Fischer sein Boot „seeklar“ und dann geht´s raus auf See, auf´s Eismeer, immer Richtung Norden…..fast. Der Fischer fährt dann, mit noch einem Mann, raus auf See und dort werden nach 2 – 4 Stunden Fahrt die Leinen ausgelegt. Nach einer kleinen Pause beginnen die Männer die Leinen wieder einzuholen. Das geschieht mit Hilfe einer kleinen Maschine. Die Leine läuft über Rollen und irgendwie gehen dort auch die Fische vom Haken ab. Nun hofft der Fischer auf 40 – 50 Fische an den 300 Haken einer Leine. Das sind so etwa 100 kg Fisch.
Soweit ich weiß fangen oder besser gesagt wollen sie Dorsch und Heilbutt fangen, je nach Jahreszeit. Jedoch sind auch andere Fische und Krabben an den Haken, so auch die Königskrabbe, hier Russenkrabbe genannt, weil sie von Kamtschatka hier nach Norwegen gezogen ist und sich jetzt in Richtung Süden ausbreitet. Sind dann alle Leinen wieder an Bord geht´s zurück zum Heimathafen. Dort werden die Fische in einer „Aufkaufstelle“ abgeliefert und die Stampen kommen vorerst in die Kühlhalle um dann den gleichen Weg erneut anzutreten.
Neben der Arbeit gibt es hier sehr viel zu sehen und zu erleben.

Viele Grüße - Monika
 
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